Als Unternehmerin bestimmen Sie die Musik!

Im Blog Nr. 1 ging es um die verschiedenen Rollen, die Sie in Ihrer Praxis auszufüllen haben: Als Therapeutin therapieren Sie Menschen. Als Managerin kümmern Sie sich um die Betriebsabläufe. Und als Unternehmerin stehen Sie für die Existenz des ganzen Ladens. Im Grunde sind es damit drei unterschiedliche Berufe, die Sie in einer Person ausfüllen.

Für jeden dieser Jobs benötigen Sie das erforderliche Wissen und die notwendigen Arbeitsmethoden. Indem Sie die drei genannten Rollen differenziert betrachten, erkennen Sie, welche Aufgaben erledigt werden müssen. Sie merken auch, welche Kompetenzen ggf. noch zu erwerben sind. Und Sie sehen, wo Aufgaben brachliegen, wo es Lücken gibt und welche Arbeiten Sie an Mitarbeitende abgeben können.

 

Grundsätzlich gilt: Management-Aufgaben können Sie delegieren, Unternehmer-Aufgaben können Sie nicht delegieren. Für letzteres sind Sie als Praxis-Inhaberin immer selbst zuständig.

Nehmen Sie zum Beispiel ein Orchester: Die Musiker sind die Fachkräfte. Sie arbeiten mit ihrem Instrument, wissen, welche Klänge sie erzeugen können. Der Dirigent ist der Unternehmer. Er spielt selbst kein Instrument, sondern hat das gesamte Orchester im Blick. Sein Know-how, sein professioneller Blick sind auf das Dirigieren des Orchesters gerichtet: Wo welche Instrumente angeordnet sind, wie das Zusammenspiel ist, wer wann agiert – oder Pause hat. Letztlich definiert der Dirigent das Hörerlebnis für das Publikum. Und darauf kommt es an.

Als Unternehmerin bestimmen Sie, wie Ihr Unternehmen nach außen wirkt. Um im Bild zu bleiben: ob es sich bei dem Orchester um einen Flötenchor, eine bayrische Blaskapelle oder um die Berliner Philharmoniker handelt.

Sie bestimmen die Musik!

 Ob Sie in einer Praxis für Physiotherapie Reha-Sport anbieten oder aber in einer Praxis für Ergotherapie tiergestütze Therapien durchführen, müssen Sie als Unternehmerin entscheiden. Und Sie müssen sich natürlich Gedanken über die mögliche Umsetzung machen.

Doch zurück zu Ihrem Praxisalltag. Wie kann nun eine Ergotherapeutin, eine Logopädin oder eine Physiotherapeutin die einzelnen Aufgaben, die ihren unterschiedlichen Rollen zugeordnet sind, auseinanderhalten? Mein Tipp: Stellen Sie sich vor, Sie suchen drei Mitarbeitende.

Schreiben Sie drei Stellenanzeigen, in denen die jeweiligen Aufgabenbereiche für die Fachkraft, für die Managerin und für die Unternehmerin festgelegt werden. Wenn Sie alle anfallenden Tätigkeiten systematisch auflisten und zuordnen, bleibt nichts im Unklaren. Im Praxisalltag können Sie dann je nach Herausforderung überlegen, aus welcher Rolle heraus Sie agieren wollen. Das macht es leichter, den Arbeitsgegenstand zu erkennen.

Übrigens: Auch Mitarbeiterinnen haben natürlich Erwartungen an die Praxisleitung. Wenn es keine klaren Aufgaben- und Tätigkeitsbeschreibungen gibt, machen sich Mitarbeitende ihre eigenen Vorstellungen, was ihre Chefin zu tun hat oder nicht. Für ein Konzerterlebnis wäre diese Einstellung katastrophal – für eine Praxis ebenfalls!

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