Betriebswirtschaftliche Statistik

 Vom Nutzen des Rechnungswesens (4)

 Kennzahlen helfen uns im Alltag weiter: Der Blick aufs Thermometer verrät die Gradzahl – und damit die Außentemperatur. Wenn ich weiß, wieviel PS mein Auto hat, gibt dies Auskunft über die Leistung des Motors. Und der Routenplaner zeigt mir in Minuten und Kilometern an, wie lang die Fahrtzeit zum Patienten ist.

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen können helfen, den Zustand Ihrer Praxis darzustellen. Sie sind dazu da, aus der Flut komplexer betrieblichen Informationen das Wesentliche herauszufiltern. Um sich die Arbeit zu erleichtern, mehr Transparenz herzustellen und klare Analysen zu erhalten, arbeitet man mit Kennzahlen. Erfasst werden Daten, die einen relevanten Aussagewert für das Unternehmen, für die Praxis haben. Dazu ist es wichtig, die richtigen und wichtigen Zahlen auswählen. Zu unterscheiden ist: Es gibt absolute und relative Kennzahlen.

 

Absolute Kennzahlen sind zum Beispiel: der Jahresgewinn, die Personalkosten, die Zahl der Mitarbeiter, ihre Krankheitstage, die Anzahl der kurzfristigen Terminabsagen oder die Anzahl der Neu-Anmeldungen.

 

Relative Kennzahlen setzen Zahlen in Relation. Das ist zum Beispiel im Hinblick auf Umsatz und Kosten wichtig. Was die Umsatzrendite betrifft, kann man mit den Kennzahlen Jahres- oder Monatsvergleiche darstellen. Vergleiche können ermittelt werden: Wie sieht es es zum Beispiel mit den Krankheitstagen in diesem Jahr aus gegenüber dem Vergleichszeitraum des letztes Jahres?

Viele Zahlen sind interessant, daher macht das Sammeln von Daten grundsätzlich Sinn. Aber nicht alle Kennzahlen lassen sich für eine Praxisoptimierung auswerten. Es reicht aus, wenn Sie sich auf eine Auswahl von Kennzahlen beschränken, um zu einer aussagefähigen Statistik zu kommen.

 

Absolute Kennzahlen:

  • Gewinn
  • Anzahl der kurzfristigen Terminabsagen
  • Neu-Anmeldungen
  • Zahl der Mitarbeiter

 

Relative Kennzahlen:

  • Umsatzrentabilität

Bei der Umsatzrendite wird der Gewinn ins Verhältnis zum Umsatz gesetzt.

  • Personalkostenquote

Hier werden die Personalkosten ins Verhältnis zum Umsatz gesetzt.

 

Was bringen diese statistischen Zahlen nun, wenn sie einmal auf dem Papier stehen? Mit quantitativen Informationen über Ihre Praxis können Sie ein Menge anfangen:

 

  • Vergleich zwischen verschiedenen Praxen

Mit Kennzahlen lässt sich ein Vergleich zu anderen Praxen vornehmen. Allerdings mit Vorsicht, denn die Einflussfaktoren sind häufig nicht die gleichen, so dass die Aussagen nur bedingt vergleichbar sind. Als Anregung für die Bewertung der eigenen Kennzahlen ist ein Branchenvergleich aber hilfreich.

 

  • Vergleich zwischen den Werten der eigenen Praxis

Sinnvoll ist der Vergleich der Kennzahlen Ihrer Praxis im Zeitvergleich. Aus den Erkenntnissen können Sie Schlüsse für Ihre Entscheidungen treffen. Wenn beispielsweise ihre Personalkostenquote hoch ist, können Sie nicht die Gehälter der Mitarbeiter anheben.

Die Ziel einer betriebswirtschaftlichen Statistik sollte sein, die Entwicklung der Praxis mit aussagefähigen Zahlen darstellen und überprüfen können: Stimmen Umsatz und Gewinn? Geht die Entwicklung konstant nach oben – oder gibt es eine Tendenz nach unten, der man gegensteuern muss? Werden die personellen Ressourcen angemessen genutzt? Muss ich evt. durch Werbung für mehr Neu-Anmeldungen sorgen? Ist die Termingestaltung effektiv?

Tipp:

Erstellen Sie eine persönliche Excel-Tabelle, in der die Kennzahlen, die sich für die Steuerung Ihrer Praxis eignen, enthalten sind.

 

Haben Sie Anregungen oder Fragen? Nehmen Sie einfach Kontakt zu mir auf: Kontakt
Print Friendly