Vom Nutzen des Rechnungswesens (1)

„Ich muss meine Buchführung machen“, mit Schrecken denkt die Praxisinhaberin an den überquellenden Karton mit Quittungen und an die ungeliebte Aufgabe, diese zu sortieren und aufzulisten. Egal, ob man es selbst macht oder einen Steuerberater damit beauftragt: Die Buchführung gehört nun einmal zu den unausweichlichen Pflichten, um die kein Freiberufler herumkommt.

 

Alle „Buchhaltungsmuffel“ müssen jetzt ganz tapfer sein: Denn das, was man Buchführung nennt, ist nur ein Teilbereich des betriebswirtschaftlichen Rechnungswesens. Rechnungswesen lautet der Oberbegriff. Er umfasst die Buchhaltung, die Kosten- und Leistungsrechnung, die betriebliche Statistik und die Planungsrechnung.

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Das klingt nach komplizierter Zahlenarbeit – aber keine Angst, so schlimm ist es nicht. In der Blogreihe sollen diese vier Bereiche vorgestellt und der Nutzen für eine Praxis erläutert werden.

 

  • Von außen und von innen betrachtet

Das Rechnungswesen teilt man in externes und internes Rechnungswesen auf.

Das externe Rechnungswesen ist die Buchhaltung. Für die Zahlen aus der Buchhaltung interessieren sich nämlich auch externe Stellen, vor allem das Finanzamt: Die in der Buchhaltung aufgelistete Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben ist Grundlage für die Ermittlung der Steuerzahlungen. Aber auch die Bank, von der man ein Darlehen in Anspruch nehmen will, möchte  die betrieblichen Zahlen sehen. Man kommt als Praxis oder Unternehmen also gar nicht darum herum, mittels einer nachvollziehbaren Buchhaltung die Geschäftsergebnisse nach außen transparent zu machen.

 

  • Transparenz als Chance

Buchhaltung als reine Zwangsmaßnahme also? Mein Tipp: Betrachten Sie die ungeliebte Buchhaltung als Chance, die eigene Praxis besser kennenzulernen! Denn der Nutzen von sauber aufgelisteten Zahlen besteht für Sie selbst darin, Klarheit über die wirtschaftliche Entwicklung zu erhalten.

Für die Kosten- und Leistungsrechnung, die betriebliche Statistik und die Planungsrechnung, also das interne Rechnungswesen, besteht überhaupt kein Druck von außen, kein Finanzamt und keine Bank will das sehen. Doch auch diese Maßnahmen dienen dem Ziel, mehr Transparenz in das eigene wirtschaftliche Handeln zu bekommen und rechtzeitig Weichen für die Zukunft zu stellen. Nutzen Sie diese sinnvollen Instrumente für Ihre Praxis!

 

  • Der Blick zurück und nach vorn

Die Buchhaltung, die Kosten- und Leistungsrechnung und die betriebliche Statistik beschäftigen sich mit den Zahlen aus der Vergangenheit. Man dokumentiert und analysiert Vorgänge, die gewesen sind. Erst das vierte Element des Rechnungswesens, die Planungsrechnung, zieht Konsequenzen aus der Vergangenheit und entwickelt Szenarien für die Zukunft. Hier werden Zahlen ermittelt, damit Sie realistisch einschätzen können, ob zum Beispiel der Raumbedarf an veränderte Patientenzahlen angepasst werden muss oder ob Sie im kommenden Jahr mehr oder weniger Mitarbeiterinnen beschäftigen sollten. Planungsrechnung ist damit ein Element des betrieblichen Controllings.

 

  • Was nutzen Sie?

In den nächsten Blogs auf dieser Internet-Seite möchte ich Ihnen alle Elemente des Rechnungswesens im Detail vorstellen und Sie ermutigen, diese für Ihre Praxis zu nutzen.

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