Vom Nutzen des Rechnungswesens (2)

 

Buchhaltung muss sein – diese für manchen bittere Erkenntnis haben wir geschluckt. Welches Ziel verfolgt nun die Buchhaltung? Auf einen einfachen Nenner gebracht geht es darum, Geschäftsvorfälle, die finanzielle Auswirkungen haben,  nachvollziehbar zu dokumentieren, damit der Finanzbeamte am Ende sieht, was Sie zu versteuern haben.

Aber was ist ein Geschäftsvorfall? Angenommen Sie kaufen ein Paket Druckerpapier und geben dafür 3,95 Euro aus – ein Geschäftsvorfall, der buchhalterisch erfasst werden muss. Sie bekommen im Geschäft eine Quittung für den Kauf. Gut so, denn eine wichtige Buchhalterregel lautet: „Keine Buchung ohne Beleg!“

Wenn Sie alle Ihre Belege fleißig sammeln und jeden Monat auflisten, erhalten Sie eine lückenlose Dokumentation dessen, was an finanziellen Bewegungen in Ihrem Unternehmen passiert ist. Ihre Buchhaltung muss verlässlich Auskunft über die Ertrags-Situation in Ihrem Unternehmen geben, so verlangt es der Gesetzgeber.

 

Einfach oder doppelt?

Vorab: Die Begriffe Buchhaltung und Buchführung werden oft synonym verwendet, doch meint jeder Begriff etwas anderes:

  • Buchhaltung – das ist die Abteilung, in der die Arbeit gemacht wird, und es sind die Unterlagen, das Greifbare: Aktenordner, Dateien, Belege und alle Unterlagen bilden die Buchhaltung.
  • Buchführung – das die Methode, mit der die Daten erfasst werden. Es gibt die einfache und die doppelte Buchführung.

In der einfachen Buchführung bildet man Konten, denen man dann die Ausgaben und Einnahmen zuordnet. Diese Konten bekommen Namen: zum Beispiel Personalkosten, Portokosten, KFZ-Kosten, Erlöse aus Dienstleistungen (Therapien) etc.

Das macht man in der doppelten Buchführung  auch, aber man bucht jeden Beleg doppelt, wie die Bezeichnung schon sagt: Man trägt zum Beispiel Fahrtkosten, die man einer Mitarbeiterin überwiesen hat, einmal auf dem Konto „Bank“ und einmal auf dem Konto „Fahrtkosten“ ein. Neben diesem grundlegenden Prinzip des doppelten Buchens beinhaltet das System der doppelten Buchführung noch weitere Regeln, die in der einfachen Buchführung nicht enthalten sind. So werden etwa Leistungen immer dem Wirtschaftsjahr zugeordnet, das die Rechnung ausweist. In der einfachen Buchführung wird dann gebucht, wenn Geld fließt.

 

Was bleibt?

Als Freiberufler erstellen Inhaber von Heilmittelpraxen eine Einnahmen-/Überschuss-Rechnung (kurz: EÜR). Das ist eine einfache Buchhaltung. Wie geht man nun praktisch vor bei der Umsetzung?

Die Einordnung der Einnahmen und Ausgaben erleichtert man sich mit einem Kontenrahmen. Das ist ein Plan,  der die einzelnen Konten mit Nummern versieht und in Kontenklassen einteilt. Es gibt unterschiedlichen Kontenrahmen: für Heilmittelpraxen wird meistens der Standardkontenrahmen 03  – SKR03 verwendet. Darin werden die Ausgaben in der Kontenklasse 4 erfasst. Zum Beispiel findet man Löhne und Gehälter auf dem Konto 4100 oder die Portokosten auf dem Konto 4910. Die Erlöse, also die Einnahmen werden in der Kontenklasse 8 gebucht. Oben auf Ihrer BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) ist vermerkt, nach welchem Standardkontenrahmen das Steuerbüro Ihre Belege bucht.

 

Welchen Weg nimmt eine Quittung, um dann in der BWA zu landen?

2016-07-25-Blogbeitrag-Rechnungswesen-Quttung-BWA

Sie wollen wissen, wie die Zahlen in der BWA zustande gekommen sind?

In der BWA sind die Personalkosten in einer Summe ausgewiesen. Sie wollen wissen, wie dieser Betrag sich zusammensetzt.?

2016-07-25-Blogbeitrag-Rechnungswesen-BWA-Quittung-Personalkosten

Der Weg ist also: Beleg – Konto – Summen- und Saldenliste – BWA oder umgekehrt. Die Kontenblätter kann man sich bei Bedarf vom Steuerbüro geben lassen. Die Summen- und Saldenliste und die BWA sollten Sie sich grundsätzlich aushändigen lassen. Stimmen Sie das mit Ihrem Steuerbüro ab. Sie können auch die Gestaltung der BWA vereinbaren. Dafür gibt es keine Vorgaben. Die BWA soll dazu beitragen, dass Sie schnell und sicher einen Überblick über die Kosten und Einnahmen Ihrer Praxis erhalten.

Im nächsten Blogbeitrag geht es um die Kosten- und Leistungsrechnung. Wenn Sie Fragen und Anregungen zu diesem Teil zur Buchhaltung und Buchführung haben, rufen Sie mich einfach oder schicken mir eine eMail.

 

Haben Sie Anregungen oder Fragen? Nehmen Sie einfach Kontakt zu mir auf: Kontakt
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